Kann Osteopathie bei CMD helfen?
Ja, Osteopathie kann eine hilfreiche Ergänzung bei der Behandlung einer craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD, sein. Besonders dann, wenn neben dem Kiefergelenk auch andere Bereiche des Körpers an den Beschwerden beteiligt sind.
Wie entsteht eine CMD?
Die genaue Entstehung einer CMD ist bis heute nicht bekannt. Viele Zusammenhänge sind bekannt, aber viele noch nicht genügend erforscht. Man geht davon aus, dass bei der Entstehung einer CMD meist mehrere Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören Veränderungen und Fehlfunktionen des Kiefergelenks, Störungen der neuromuskulären Steuerung sowie psychische und soziale Belastungen.
CMD betrifft häufig mehr als nur den Kiefer
Besonders wichtig ist, dass sich Beschwerden bei einer CMD nicht nur auf den Kiefer beschränken- Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Wirbelsäule und Nackenmuskulatur stehen in enger funktioneller Verbindung. Veränderungen in einem dieser Bereiche können die anderen Strukturen beeinflussen. Deshalb berichten Menschen mit CMD nicht selten über zusätzliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schwindel, Nackenverspannungen, Rücken- und Schulterschmerzen.
Umgekehrt kann ein Problem außerhalb des Kiefers die Funktion des Kiefers beeinflussen. Genau diese vielseitigen Wechselwirkungen machen die CMD zu einem komplexen Beschwerdebild.
Wenn die Diagnose auf sich warten lässt
Viele Betroffene wissen zunächst gar nicht, dass ihre Beschwerden mit dem Kiefer zusammenhängen könnten. Ein Knacken im Kiefer wird als belanglos empfunden, Kopfschmerzen und Nackenverspannungen werden anderen Ursachen zugeschrieben. Häufig werden die Beschwerden einzeln behandelt, ohne das gesamte Zusammenspiel zu betrachten.
Ist die Diagnose schließlich gestellt, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass es schnell besser wird. Die Behandlung einer CMD ist ebenso individuell wie ihre Entstehung.
Hier liegt eine der besonderen Stärken der Osteopathie.
In der osteopathischen Untersuchung wird nicht ausschließlich der Kiefer untersucht, sondern auch wie er sich zum Rest des Körpers verhält. Je nach Befund könne auch weiter entfernte Körperregionen in Frage kommen. Beispielsweise kann ein Beckenschiefstand auch die Funktion und Stellung des Kiefers beeinflussen. Ein einfaches Ursache-Wirkungs-Modell gibt es dabei nicht.
Wie kann Osteopathie bei CMD helfen?
Durch die ganzheitliche osteopathische Untersuchung lässt sich beurteilen, welche Bereiche für die Beschwerden relevant sind und wo eine Behandlung sinnvoll ansetzen kann. Ziel ist es das Zusammenspiel der beteiligten Strukturen zu verbessern und Spannungen zu reduzieren. So lassen sich mit einer osteopathischen Behandlung auch Schmerzen reduzieren und möglichst auch nachhaltig die Probleme behandeln, die zur Überlastung des Kiefers und des Kaussystems beigetragen haben.
Mein osteopathischer Ansatz bei CMD
Bei einer CMD gibt es deshalb aus meiner Sicht nicht die eine Behandlung, die für jeden Patienten gleichermaßen geeignet ist.
Entscheidend ist, herauszufinden, welche Faktoren im individuellen Fall eine Rolle spielen. Manchmal ist es der Kiefer selbst, manchmal die Halswirbelsäule oder die Nachwirkungen eines Unfalls. Je besser die Zusammenhänge verstanden werden, um so besser kann die Behandlung ausgerichtet werden.
Osteopathie kann dabei eine sinnvolle Ergänzung zu einer zahnmedizinischen oder kieferorthopädischen Behandlung sein- insbesondere wenn neben dem Kiefer noch weitere funktionelle Beschwerden bestehen.
Wenn Sie unter Kieferbeschwerden, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder Schulterschmerzen leiden und einen Zusammenhang mit einer CMD vermuten, kann eine osteopathische Untersuchung helfen, ihre Beschwerden besser zu verstehen.
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Christoph Meitinger
Heilpraktiker für Osteopathie (D.O.)